Gender Planning am Beispiel Stuttgart
Reihe „Forschung im Dialog“ mit Vera Krimmer und Regina Stolz
Hybrider Vortrag mit Diskussion
Mittwoch 4. November 2026 von 17:00 – 18:30 Uhr
Veranstaltungsort: PK 4.117, Altgebäude, Pockelsstraße 4, 38106 Braunschweig oder online hier
Der Vortrag findet in der GeDiMINT-Reihe „Forschung im Dialog“ in Kooperation mit Johanna Niesen und Sarah Mente (Team der Juniorprof. Gender.Ing, Institut für Bauklimatik und Energie der Architektur an der TU Braunschweig) und Prof. Dr. Andreas Jain (Professor für allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Stadt- und Regionalmarketing an der Ostfalia HaW, Standort Salzgitter) statt.
Zum Vortrag
Gender Planning in Stuttgart – gendersensible und intersektionale Stadtplanung
Wie spiegeln sich gesellschaftliche Machtverhältnisse im Stadtraum – und wie kann Planung dazu beitragen, sie zu verändern? Anhand theoretischer Ansätze und internationaler Praxisbeispiele wird gezeigt, wie Gender Planning Ungleichheiten sichtbar macht, Vielfalt stärkt und Teilhabe für alle fördert. Zugleich gibt der Vortrag einen Einblick in die Vorgehensweise der Stadt Stuttgart, konkrete Wege zu einer gerechteren Planungspraxis zu beschreiten.
Aufgrund der Neuartigkeit der Stelle „Gender Planning“ innerhalb des Stadtplanungsamtes Stuttgarts, aber auch in Deutschland, können Realitäten und Sichtweisen auf Gender und intersektionale Thematiken gegeben werden. Derzeit hat keine andere deutsche Stadt eine solche Stelle besetzt, was zu einer außergewöhnliche Perspektive der beiden Referentinnen führt. Insbesondere die Verwaltungsperspektive auf gendersensible und intersektionale Stadtplanung sowie die derzeitige Implementierung von Maßnahmen ist spannend für Wissenschaftler*innen und Studierende. Es wird diskutiert, inwiefern Stadtplanung bereits Aspekte aktiv inkludiert und wo Potenziale für Wissenschaft und Praxis bestehen.
Die Vortragenden
Vera Krimmer ist seit 2024 im Tandem mit Regina Stolz als Stuttgarts erste Gender Plannerin am Amt für Stadtplanung und Wohnen tätig. Sie studierte Architektur und Stadtplanung an der Universität Stuttgart und lehrte und forschte dort zu Machtverhältnissen und Care in Architektur und Urbanismus. Zuvor war sie ARCH+-Stipendiatin der Ausgabe „Zeitgenössische feministische Raumpraxis“ und Mitgründerin der Initiativen „Arbeitskreis Bauwende“ und „Queerfeminism@Architects4Future“. Ihre mehrfach ausgezeichnete Arbeit beschäftigt sich mit der Schnittstelle von Architekturtheorie und -praxis und verbindet intersektionale Perspektiven auf Raum, Architektur und Stadt mit Diskursen um Teilhabe und Nachhaltigkeit.
Regina Stolz ist seit 2022 als Stadtentwicklungsplanerin für die Landeshauptstadt Stuttgart tätig, insbesondere in den Bereichen strategisches Transformationsmanagement, inklusive öffentliche Beteiligung und seit 2025 im ersten Gender-Planning-Tandem Stuttgarts mit Vera Krimmer. Zuvor hat sie während und nach ihrem Architekturstudium in zahlreichen internationalen Architekturbüros Erfahrungen in unterschiedlichen Massstäben und Disziplinen der Raum(re)produktion gesammelt. Ihre praxisnahe Forschung verbindet eine breites Spektrum an sozialen, politischen und räumlichen Fragestellungen und mit dem Anspruch einen Beitrag zu einer zukunftsfähigeren und (sozial-)gerechteren (Stadt-)Gesellschaft zu leisten.
Zur Reihe „Forschung im Dialog“
Die Reihe „Forschung im Dialog“ (FiD) wird im Rahmen des BMFTR-geförderten Projektes „Geschlechterdimensionen im Blick der MINT-Forschung (GeDiMINT)“ veranstaltet.
Mit dem Vortrag von Vera Krimmer und Regina Stolz setzen wir unsere inputbasierten Aktivitäten im Handlungsfeld „Gender Dialogues“ 2026 fort. Dieses Handlungsfeld basiert auf verschiedenen Veranstaltungsformaten, um den kollegialen Austausch zu den Geschlechterdimensionen in den Ingenieur-, Natur- und Lebenswissenschaften zu stärken.
Unsere erste FiD-Veranstaltung „Interdisziplinäre Kommunikationsbrücken“ im Juli 2024 widmete sich der Frage, wie fachkulturübergreifende Kommunikation im Forschungskontext gelingen kann. Die Tagung „Synergien schaffen. MINT trifft Gender trifft MINT“ im November 2024 setzte den kollegialen Austausch mit Inputs und einer Postsession fort. Im Dezember 2024 hatten wir zuletzt einen Austausch mit Prof. Londa Schiebinger (Stanford) „Gendered Innovations meets TU Braunschweig“ zu den Innovationspotentialen geschlechtersensibler Forschung entlang der Forschungsschwerpunkte der TU Braunschweig. Im März 2025 gab es einen Vortrag zu geschlechterbasierter Online-Gewalt in Sierra Leone von Makalay Sonda. Danach war im SoSe 2025 Prof. Dr. Carmen Leicht-Scholten von der RWTH Aachen zu Gast in der Reihe mit einem Vortrag zu Gender als Analysekategorie für Technikwissenschaften. Dann hielt Dr. Evelina Wikner von der Chalmers Universität (Göteborg) einen Vortrag zu Geschlechterdimensionen in der (Auto)Batterieforschung. Die Vortragreihe beendeten 2025 Prof. Ciren Yangzong (Tibet University) zu Gender Roles ans Social Status of Lhoba Women und Sabina Riß (Wien) zu gendersensible Stadtplanung im Rahmen ihres Gastaufenthalts. 2026 startete Verónica Mota Galindo die Reihe mit einem Online-Vortrag mit anschließendem Workshop zu „KI in feministischer, intersektionaler, ökologischer und dekolonialer Perspektive„. Der Präsenzvortrag von Gili Ron zu „Feministische Technoscience und robotische Fertigung in der Architektur“ und der Online-Vortrag von Dr. Sandra Buchmüller zu „Partizipation in der Technikentwicklung“ folgten.
Weitere Informationen über anstehende und vergangene GeDiMINT-Veranstaltungen erhalten Sie unter Termine
Das Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministierums für Forschung, Technologie und Raumfahrt unter dem Förderkennzeichen 01FP23G08 gefördert.
Die Verantwortung für die Inhalte liegt bei den Projektverantwortlichen.




