Lehre – BZG-Lehre – Ringseminar SoSe2021
Stadt und Raum sind in verschiedener Weise mit Gender verknüpft. So gehen die Urban Gender Studies von einem wechselseitigen Konstitutionszusammenhang von Raum und Gender bzw. Stadtentwicklung und Geschlechterbeziehungen aus. Ein Konzept, das auch in den Gender and TechnoScience genutzt wird, z.B. in Bezug auf die Technik des Smart Home. Aber auch die Entwicklungen der raumgreifenden Gentrifizierung, d.h. die Enteignung von Miet- und Wohnraum in Städten, können unter Genderaspekten analysiert werden. Denn die geschlechtliche Ungleichheit in der Vermögens- und Einkommensverteilung ist ebenso wie die historisch bedeutende geschlechtliche Zuordnung von Öffentlichkeit und Privatheit ein wichtiger Bestandteil der asymmetrischen Geschlechterverhältnisse. Die bis heute vorhandene sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt und Diskriminierung in StadtRäumen, öffentlichen Einrichtungen und Bildungsinstitutionen zeigt die Notwendigkeit, stärker zu sensibilisieren sowie Praktiken zu entwickeln und durchzusetzen, die einen gleichen Zugang und Schutz für alle zum Ziel haben. In den Medien, aber auch in der Interaktion und Kommunikation wird eine unterschiedliche Präsenz und Performanz der Geschlechter deutlich, die auch an Fragen des Raumnehmens und -gebens gebunden sind. Mit Blick auf die Stadt-Geschichte ist u.a. die Un-Sichtbarkeit von queeren und Frauen-Orte relevant, wobei auch die durch Gruppen erfolgende Aneignung von Kulturräumen (als Schutzräume) ein Thema ist, z.B. im Rahmen der Clubkultur. Einige dieser und weiterer interdisziplinärer Fragen werden im Ringseminar behandelt.
