Preisträgerin Sasha M. Salzmann erst einmal online

Wegen Covid-19 läuft dieses Jahr die Dozentur anders als gewohnt

Die Preisverleihung an Sasha M. Salzmann hätte am 7. Mai stattfinden sollen. Doch haben wir aufgrund der drastischen Präventionsmaßnahmen im Rahmen der Corona-Pandemie unsere Planungen geändert: Die Dozentur findet in zwei Teilen statt, der erste Teil digital im Sommer, der zweite Teil live im Herbst. Die feierliche Preisverleihung sowie weitere Vorlesungen sind für den Herbst geplant, vorausgesetzt, die kulturellen Räume sind wieder gemeinsam begehbar. Zwei unserer Veranstaltungen aber werden in ein Online-Format verwandelt und Mitte/Ende Juni 2020 veröffentlicht.
Wir informieren Sie hier über die genauen Termine, sobald sie bekannt sind.

Bleiben Sie gesund!

Herzlich
Die Kooperationspartner*innen

Das Programm der diesjährigen Poetikdozentur im Sommer: Im Gespräch mit Sasha Marianna Salzmann

Covid-19 hat die Gesellschaften europaweit und global im Griff. Was lässt sich aus Sicht feministischer Diskussionszusammenhänge zu der durch das Virus ausgelösten gesellschaftlichen Entwicklung sagen? Sind jetzt (ersehnte/befürchtete) Wertewechsel möglich oder wird vielmehr an alteingesessenen Strukturen umso nachhaltiger festgehalten? Welche Beobachtungen generiert die Situation, was können zu diesem Zeitpunkt Künstler*innen und Denker*innen bereits oder wieder erkennen?

Sasha Marianna Salzmann, ausgezeichnet mit der diesjährigen Ricarda Huch Poetikdozentur, initiiert zwei Gespräche: mit der Soziologieprofessorin Sabine Hark und ein Interview mit interviewt dem Dramatiker Necati Öziri. Sie setzen der rasend schnellen globalen Entwicklung mit ihren naturwissenschaftsbasierten Entscheidungen und rasch gefassten Notfall-Maßnahmen eine radikal entschleunigte, intellektuelle Technik entgegen: Nachdenken; ungesehene Zusammenhänge ansprechen; ignorierte Konsequenzen benennen; blinde Voraussetzungen klären.

I „Brüderhorde“
Im Gespräch: Sasha M. Salzmann – Prof. Dr. Sabine Hark

In Sigmund Freuds Kulturtheorie ermordet die Brüderhorde den Vater, Clanchef und Alleinherrscher. Dadurch entsteht – temporär und auf ein Geschlecht beschränkt – geteilte männliche Herrschaft, was zunächst nach der Urszene der Demokratie klingt. Im Gespräch gehen Sasha Salzmann und die Soziologin Sabine Hark dem Begriff aus feministischer Perspektive nach: Ist das heute anscheinend zunehmende (Wieder-)Erstarken von „Brüderhorden“ eine teils gewaltvolle, teils hilflose Reaktion auf die Möglichkeit einer nicht-binären (geschlechtlichen) Logiken folgenden Gesellschaft oder birgt es auch Potentiale für eine geschlechtergerechte Gesellschaft?