Zertifikat Bachelor: Das Projekt

Die Maßnahme „Gender-Zertifikat 1.0“ – so der Titel des Antrags – wird über Studienqualitätsmittel der TU Braunschweig von 2020 bis 2024 finanziert und richtet sich somit an Studierende der TU. Es versteht sich als Aufbau- und Pilotprojekt mit der Absicht, bei erfolgreicher Umsetzung und Nutzung eine Verstetigung anzustreben.

Worum geht es?

In dem Projekt wird ein interdisziplinäres Gender-Zertifikat für Studierende der TU Braunschweig aufgebaut und erprobt. Die zeitlich begrenzte Maßnahme dient dazu, hochschulweit die Bedarfe, Rahmenbedingungen und Strukturen für ein solches Angebot zu prüfen und die Voraussetzungen für seine Realisierung zu schaffen. Dieses betrifft alle auch formalen Aspekte, die mit der Einführung eines Zertifikates und mit der Belegung von fachexternen Lehrveranstaltungen verbunden sind.

Neben den vorhandenen Lehrveranstaltungen mit Bezug zu den Gender und Diversity Studies wird im Projekt mit dem Gender-Kolloquium auch ein neues Angebot entwickelt.

Konzept Zertifikat

Das Zertifikat bescheinigt eine Schwerpunktsetzung in den Gender Studies. Diese befähigt zur Auseinandersetzung mit den Inhalten der Gender Studies und deren Praxisrelevanz, fördert die Persönlichkeitsbildung und ist in allen beruflichen Kontexten anwendbar. Damit verbunden ist die Erweiterung fachlicher, methodischer und sozialer Genderkompetenzen.

Umsetzungsschritte

Aufbauphase (WS 2020 – SoSe 2022)

  • Identifizierung geeigneter Gender-Lehrangebote an der TU, um die Machbarkeit eines Zertifikats zu eruieren
  • Analyse aller Modulhandbücher der TU, um Verankerungsmöglichkeiten auszuloten (s. Übersicht „Gender in TU-Modulen“)
  • Recherche zu etablierten und geplanten Genderzertifikaten im Rahmen der TU9, zu erfolgreichen Zertifikatsmodellen im deutschsprachigen Raum sowie zu inhaltlichen und methodisch-didaktischen Konzepten
  • Erfahrungsaustausch und bundesweite Vernetzung mit Zertifikatsexpert*innen
  • Teilnahme an didaktischen (Fach-)Tagungen
  • Aufbau eines Zertifikatskonzept, Abstimmung mit Verantwortlichen und Vorstellung in Gremien
  • Konzeption eines zertifikatsbegleitenden Kolloquiums in enger Verzahnung mit der Neukonzeptionierung des Ringseminars Geschlechterwissen und nach Analyse von OER und online Lehre.
  • Öffentlichkeitsarbeit in Form von Flyer, Website und Instagram sowie Ankündigung in der Anker-Vorlesung im Profilmodul 1 „Diversität“ der Erziehungswissenschaften im SoSe 2022
  • Gespräche zum Aufbau erster Kooperation mit den Fakultäten: Begonnen wurde mit der Fakultät 6 (Geistes- und Erziehungswissenschaften) aufgrund des traditionell großen Interesses seitens der Lehramtsstudierenden sowie den Sozialwissenschaften (Fakultät 1) und Fakultät 3 (Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften)Absprachen für einen Kooperationsvertrag mit der Fakultät 6

Umsetzungsphase (WS 2022/23 – SoSe 2024)

Die Umsetzung startet im WS 2022/23 und steht insofern noch bevor.

Hintergrund der Maßnahme

Eine Ausweitung des Angebotes in den Gender Studies durch ein Zertifikat entspricht dem seit langem geäußerten Bedarf der Studierenden. Sie wünschen sich ein größeres Lehrangebot, was durch eine gegenseitige Öffnung der Veranstaltungen erreicht werden soll, sowie eine Bescheinigung ihrer Schwerpunktsetzung, was in Form des Zertifikats erfolgt. Zusätzlich sollen durch den Aufbau eines elektronischen Gender-Lehrverzeichnis die vorhandenen Angebote gebündelt sichtbarer werden.

Die Vermittlung von Genderkompetenz entspricht auch den sich verändernden beruflichen Anforderungen. So wird z.B. vermehrte die Berücksichtigung der Gender Studies bei Forschungsanträgen eingefordert (u.a. DFG und Horizon 2020), die curricularen Vorgaben für den Schulunterricht integrieren zunehmend sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als Thema im Fachunterricht und von Führungskräften wird Gender- und Diversitykompetenz erwartet. Insofern bereitet ein Gender-Zertifikat ergänzend auf die beruflichen Anforderungen vor.

Innerhalb der TU Braunschweig stieß das Vorhaben bei Antragstellung auf großes Interesse, gerade angesichts des zunehmenden Bedarfes an einer Vermittlung von Genderkompetenz aber nicht ausreichender Angebote diesbezüglich in vielen Studiengängen. Die beantragte Maßnahme dient insofern dazu, umfassender hochschulweit die Bedarfe, Rahmenbedingungen und Strukturen für ein solches Angebot zu prüfen und ggf. die Voraussetzungen für die Realisierung zu schaffen. Dieses betrifft alle auch formalen Aspekte, die mit der Einführung eines Zertifikates und mit der Belegung von fachexternen Lehrveranstaltungen verbunden sind.