Wir beraten alle interessierten MINT-Forschenden oder mit Forschungsfokus MINT. Neben Geschlecht werden auch andere Dimensionen wie Alter und Herkunft mit in den Blick genommen.
Melden Sie sich gerne bei uns: gedimint@tu-braunschweig.de.
Haben Sie keinen dezidierten MINT-Fokus, steht Ihnen das Gender Consulting des BZG zur Verfügung (j.wedl@tu-braunschweig.de).
Unser Angebot
Klären – prüfen – entwickeln – recherchieren – vermitteln – aufbauen
- Klären der Frage, die sich auf Geschlechterdimensionen mit Fokus auf MINT beziehen
- Prüfen, welche Relevanz Geschlechterdimensionen und Vielfältigkeit in Ihrem Forschungsprojekt oder -vorhaben hat
- Entwickeln von Leitfäden, um die Relevanz eigenständig prüfen zu können (How-to-Papiere)
- Recherchieren, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse und Expertise es zu Ihrem Forschungsgebiet bereits gibt
- Vermitteln von Fachexpertise und Kooperationspartner*innen
- Aufbauen einer Peer-to-Peer-Beratung, bei der sich Forschende gegenseitig dabei unterstützen, genderbezogene Aspekte in ihre Forschung einzubeziehen. So können auf kürzestem, informellen Wege dezentral Erfahrungen, Best Practices und wertvolles Wissen weitergegeben und angewandt werden.
Vielfältigkeit als Kriterium der Forschungsförderung
„Zur Verbesserung der Qualität der Forschung und zur Vermeidung ‚blinder Flecken’“ rät die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG), dass „die Reflexion von Geschlecht und Vielfältigkeit Bestandteil der Vorbereitung eines jeden Forschungsprojekts sein und – wo relevant – im Antrag behandelt werden [sollte].“ (DFG: Vielfältigkeitsdimensionen)
Gute Gründe für die Relevanzprüfung
Geschlechterdimensionen nicht zu berücksichtigen kann nicht nur gravierende Folgen für die Forschungsergebnisse haben [>>], sondern auch zur Nichtbewilligung von Förderanträgen führen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Europäische Union (EU), die Exzellenzinitiative und andere Einrichtungen zur Forschungsförderungen verlangen standardmäßig die Prüfung der Relevanz von Geschlechterdimensionen [>>]. Um diesbezügliche Forschungslücken an der TU Braunschweig zu vermeiden sowie weiterhin drittmittelstark und international anschlussfähig zu bleiben, gilt es, Forschung an den Bedarfen aller Menschen auszurichten und die Relevanz vielfältiger Lebensweisen und Geschlechter zu prüfen.
Checklisten und fachspezifische Informationen
Checklisten, Leitfäden und Fallbeispiele sind hilfreiche Instrumente, die bei der Prüfung einer Relevanz von Geschlechter- und Vielfältigkeitsdimensione hilfreich sind. Wir stellen eine Auswahl vor. Mehr finden Sie in unserer Toolbox (im Aufbau).
Checkliste der DFG – einfach effektiv
Empfehlenswert ist die kurze und einfach einzusetzende Checkliste der DFG, um die Relevanz von Geschlecht und Vielfältigkeit im Forschungsprojekt oder -vorhaben zu prüfen. Hierfür sind drei Fragen mit ja oder nein zu beantworten, die jeweils prüfen, ob es eine Schnittstelle zwischen Mensch bzw. Tier und Maschine bzw. Artefakt gibt. Dieses wird unten im Beispiel des 3D-Betondruck erklärt.
GeDiMINT-Leitfaden für Antragstellende zur Identifizierung von Anknüpfungspunkten
Aufbauend auf der DFG-Checkliste haben wir aus unseren Beratungserfahrungen einen ersten Leitfaden entwickelt, der eine Volltextsuche nach Schlagworten nutzt. Die relevanten Begriffe sind Hinweise auf eine Schnittstelle zwischen Mensch bzw. Tier und Maschine bzw. Artefakten. Zudem enthält er methodische Hinweise, um die Diversität von Nutzenden zu berücksichtigen.
Gendered Innovations – zahlreiche MINT-Fallbeispiele
Hilfreiche Instrumente für die Konzeption und Antragstellung bietet die Plattform Gendered Innovations der Stanford University, die zahlreiche Fallbeispiele in MINT-Forschung und Entwicklung versammelt. Hier finden Sie zu den verschiedensten Forschungsgebieten Anregungen.
Zwei Beispiele der TU Braunschweig
3D-Betondruck (Beratung TRR 277 AMC)
Anhand des Betondrucks wird deutlich, wann Geschlechter- und Vielfältigkeitsdimensionen relevant sein können.
Anhand des Betondrucks wird deutlich, wann Geschlechter- und Vielfältigkeitsdimensionen relevant sein können.
In den MINT-Disziplinen haben viele Forschungsvorhaben keinen unmittelbaren Bezug zu Menschen oder Tieren wie z.B. bei der Entwicklung neuer Rezepturen für Beton, was ein Forschungsaspekt von AMC ist. In diesen Fällen spielen Geschlecht oder andere Dimensionen der Vielfältigkeit wie soziale Herkunft und Alter keine Rolle und es bedarf keiner weitergehenden Relevanzprüfung. Doch sobald Menschen oder Tiere als Forschungsgegenstand bzw. Forschungsziel involviert sind oder es potentielle Anwender*innen der Forschungsergebnisse gibt, ist die Gender-Relevanzprüfung sinnvoll. Geht es z.B. um die Mensch-Maschine-Interaktion im Fall eines Beton-3D-Druckers und die Anwendung der Fertigungstechnik in der Bauwirtschaft, ist empirisch zu prüfen, ob Geschlechterdimensionen einen Einfluss haben. So können unterschiedliche – nicht notwendigerweise an das Geschlecht gekoppelte – Körpereigenschaften (Alter, Kraft, Größe) die Bedienung der Maschine beeinflussen oder soziale Faktoren deren Einsatz und Akzeptanz verändern. Fallbeispiele aus der MINT-Forschung (z.B. aus dem Projekt Gendered Innovations) zeigen, dass dieses häufiger der Fall ist als gemeinhin vermutet.

Die Grafik illustriert das Ergebnis des Consulting-Gesprächs im Sonderforschungsbereich (SFB) Transregio 277 „Additive Fertigung im Bauwesen“ im Laufe der ersten Förderphase; zum interaktiven pdf geht es hier.
Akustik-Simulation (Beratung von Prof. Dr. Langer zu TRR 364)
Das Beispiel zeigt, wie der Beratungsprozess bei Antragstellung verlaufen kann.
Das Beispiel zeigt, wie der Beratungsprozess bei Antragstellung verlaufen kann.
In der Antragsphase für einen DFG-Sonderforschungsbereich (SFB) wurde das Vorhaben TRR 364 „Synergies of Highly Integrated Transport Aircraft“ (SynTrac) vom BZG beraten. Bei Durchsicht des Antrags durch das BZG-Team wurde ersichtlich, dass ein Teil der akustischen Forschung am Schnittpunkt zwischen Mensch und Maschine angesiedelt ist, da im Ergebnis die Anwendung der Technik in Personenflugzeugen erfolgen soll.
Für den Antrag wurde daraus abgeleitet, dass vorhandene Fallstudien zur Getriebe- und Schwingungsakustik der DFG als Vorbild dienen könnten und in der ersten Förderperiode weitere Beratung durch GeDiMINT eingeplant wird. Dementsprechend wurde in drei Teilprojekten eine Prüfung der Bedeutung von Geschlechter- und Vielfältigkeitsdimensionen bei Projektstart berücksichtigt, die im Zuge des Projekts weiter konkretisiert wird.
Bei der Vorstellung des Antrages zeigten die Gutachter*innen dezidiert Interesse an diesem Vorhaben, die Relevanz von Geschlechterdimensionen weiter zu prüfen. Nach erfolgter Bewilligung von SynTrac durch die DFG wird die Relevanz von Geschlechterdimensionen in den Teilprojekten mit Unterstützung des GeDiMINT-Teams realisiert.
Aus dem Beratungsprozess ist der erste Leitfaden für den Beratungsprozess entstanden (How-to-Papier), den wir Ihnen oben zur Verfügung stellen.

Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01FP23G08 gefördert.

Die Verantwortung für den Inhalt liegt bei den Projektverantwortlichen.