EU fordert Geschlechterdimensionen in der Forschung

EUA Meeting zu Action 5 gibt Einblicke in Forschung, Entwicklung und Policy-Making

Die European University Association (kurz: EUA), der auch die Technische Universität Braunschweig angehört, lud am 06. März 2024 zu dem Online-Event „Promoting gender equality and fostering inclusiveness in the European Research Area: Action 5” ein. Generell ist es das Ziel der Assoziation, einen grenzenlosen, europäischen Markt für Forschung, Entwicklung und Technologie zu etablieren. Dieses beinhaltet auch, Geschlechterdimensionen in die Forschung zu integrieren. Insofern verpflichten sich die Partneruniversitäten den Zielen von Horizon 2020 und der Ljubljana Erklärung. Dass die EU in der Forschungsförderung auch in Zukunft verstärkt auf die Berücksichtigung von Geschlechterdimensionen achten wird, war Thema der Veranstaltung.

Gender als Förder- und Awardkriterium

Anne Pépin (Senior Policy Officer, DG Research and Innovation, European Commission) berichtete in dem Webinar über das Programm Horizon 2020 der EU Kommission. Dieses fordert dezidiert die systematische Integration von Geschlechterdimensionen in Forschung und Entwicklung. Um den Fortschritt dieses Desiderats sicherzustellen, hat die EU eine Taskforce eingerichtet, die eine Evaluation über den Stand der Berücksichtigung durchführen wird.

Kristina Ullgren (Coordinator Equal opportunities) vom schwedischen Karolinska Institutet (KI) skizzierte die Maßnahmen, die dem KI 2022 den EU-Award for Gender Equality Champions einbrachte. Darunter befindet sich auch eine Unterseite zur systematischen Integration von Geschlechterdimensionen in Forschungsvorhaben und Entwicklungsprozesse. Etwas das zukünftig auch ein Award Kriterium sein wird.

GeDiMINT am Zahn der Zeit

Das im Februar 2024 gestartete BMBF-Projekt „Geschlechterdimensionen im Blick der MINT-Forschung“ (kurz: GeDiMINT) will eben diese Integration anhand struktueller Maßnahmen an der TU Braunschweig voranbringen.

Anspruch der TU Braunschweig

Die TU Braunschweig setzt sich als Universität mit ganzheitlichem Entwicklungsanspruch das klare Ziel, Geschlechteraspekte als grundständige Dimension in Forschung zu verankern und hierfür Strukturen und Prozesse zu schaffen, die die Wissenschaftler*innen bei diesem Vorhaben unterstützen. Sie verpflichtet sich im 2022 partizipativ erarbeiteten Hochschul-entwicklungskonzept 2030, gleichstellungs- und diversitätsrelevante Fragestellungen systematisch in die Forschung zu integrieren.

Handlungsfelder des Projektes

Im GeDiMINT-Projekt wird durch eine multiperspektivische Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachkulturen die ganzheitliche Entwicklung zur Exzellenz strategisch intensiv vorangetrieben.

GeDiMINT basiert dabei auf drei Handlungsfeldern: „Gender Research Support“ (Beratung & Vermittlung), „Gender Dialogues“ (Austausch & Anreize) und und „Knowledge Exchange“ (Öffentlichkeit & Transfer).

Projektziele

Ziel ist es, MINT-Forschende auf der Basis einer kompetenten Relevanzprüfung zur eigenständigen Integration von Genderaspekten zu befähigen, die inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit in Bezug auf Geschlechterdimensionen zu stärken sowie die gelungenen Maßnahmen nachhaltig zu sichern und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die daraus folgenden neuen forschungsunterstützenden Strukturen konsolidieren die Hochschulentwicklungsplanungen und fließen in diese mit ein.

Beratung & Toolbox

Wir beraten Sie gerne, um

  • zu prüfen, ob in Ihrem Forschungvorhaben bzw. -projekt Geschlechterdimensionen von Bedeutung sein könnten und welche Anknüpfungspunkte es hier gibt.
  • Ihnen entsprechende Literatur zu empfehlen.
  • Fachexpertise und Kooperationspartner*innen zu vermitteln.

Melden Sie sich gerne bei uns: gedimint@tu-braunschweig.de

In unserer Toolbox finden Sie Informationen, Fallbeispiele und Materialien als Hilfestellung zur eigenständigen Prüfung der Relevanz von Geschlechterdimensionen in MINT-Disziplinen.

Mehr zu unserem BMBF-geförderten Projekt finden Sie auf unserer GeDiMINT-Website.

GeDiMINT ist ein BMBF-gefördertes Projekt der TU Braunschweig. Es wurde in Kooperation mit dem Braunschweiger Zentrum für Gender Studies eingeworben.

Die Verantwortung für den Inhalt liegt bei den Projektverantwortlichen.